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Technology  Technik


                                                                               zu überwachen und zu optimieren – beispiels-
                                                                               weise zu Belegung, Temperatur, Raumluftquali-
                                                                               tät, Beleuchtungsstärke sowie dem Status von
                                                                               Fenstern und Türen. Zunehmend werden diese
                                                                               Sensordaten mit weiteren Informationen wie
                                                                               Wetterprognosen, historischen Daten und pro-
                                                                               gnostizierten Belegungswerten kombiniert, um
                                                                               erweiterte Analysen und KI-gestützte Optimie-
                                                                               rungsfunktionen zu ermöglichen.

                                                                               In großen gewerblichen Gebäuden kann die
                                                                               Anzahl der eingesetzten Sensoren von mehreren
                                                                               Tausend bis zu mehreren Zehntausend reichen.
                                                                               Diese Größenordnung führt zu einer grundlegen-
                                                                               den Fragestellung für Eigentümer, Planer und
                                                                               Systemintegratoren: Welche Technologien eig-
                                                                               nen sich am besten, um diese Daten zuverläs-
                                                                               sig und effizient zu erfassen und zu übertragen?
          The Squaire Frankfurt Airport – uses (wired) BACnet as well as 20.000 EnOcean wireless products
          The Squaire Frankfurt Airport – nutzt (kabelgebundenes) BACnet sowie 20.000 EnOcean-Funkprodukte © istockphoto  Verkabelt oder drahtlos? In der Praxis
                                                                               beides
          Combining Wired and Wireless in Real   Gebäudeautomationssysteme sind zu einem
          Buildings                         zentralen Bestandteil moderner Nichtwohnge-  Anstelle einer Entweder-oder-Entscheidung
                                            bäude geworden – sowohl bei Neubauten als  setzen die meisten erfolgreichen Projekte auf
          This hybrid approach has been implemented  auch bei Sanierungs- und Retrofit-Projekten.  eine Kombination aus verkabelten und drahtlo-
          in  offices, airports,  educational  facilities,  Zu den wichtigsten Treibern zählen die Redu-  sen Technologien. Beide Ansätze verfügen über
          healthcare buildings, and retail environments  zierung des Energieverbrauchs und der CO -  spezifische Stärken, die sie für unterschiedliche
                                                                            2
          over the past two decades. One prominent  Emissionen, die Einhaltung zunehmend stren-  Anwendungen geeignet machen.
          example of a large commercial building using a  ger Bau- und Energiegesetze, die Unterstützung
          multi-protocol wired and wireless architecture is  von ESG-Berichtspflichten sowie die Schaffung  Verkabelte Technologien werden häufig dort
          The Squaire at Frankfurt Airport in Germany. As  gesünderer und attraktiverer Umgebungen für  eingesetzt, wo hohe Datenraten, deterministi-
          one of Europe’s largest office and commercial  Gebäudenutzer. Gleichzeitig möchten Eigentü-  sche Kommunikation und langfristige Stabilität
          buildings, The Squaire combines  BACnet-  mer und Investoren den Wert ihrer Immobilien  erforderlich sind. Typische Einsatzbereiche sind
          based wired automation with more than 20,000  sichern und steigern, indem sie Gebäude wett-  Controller, Anlagenebene und die grundlegende
          EnOcean wireless sensors, demonstrating how  bewerbsfähig, regelkonform und zukunftssicher  Systeminfrastruktur, insbesondere dort, wo die
          both technologies can coexist at scale within a  gestalten.          Verkabelung im Rahmen der Planung effizient
          single, complex building environment.                                umgesetzt werden kann.
                                            Trotz dieser Treiber ist die Marktdurchdringung
          Extending a  BACnet system with wireless  weiterhin  vergleichsweise  gering.  Nur etwa  Drahtlose  Technologien  bieten  hingegen  ein
          sensors is typically achieved using gateways  10–12 % der gewerblichen Gebäude in Europa  hohes Maß an Flexibilität, insbesondere bei Ret-
          or  bridges  that  translate  between  standards  und Nordamerika verfügen über vollständig inte-  rofit-Projekten oder in Gebäuden mit häufig
          while maintaining interoperability. A wide range  grierte  Smart-Building-Automationssysteme,  wechselnden Raum- und Nutzungsanforderun-
          of such gateways is available from multiple  während weitere rund 40 % lediglich grundle-  gen. Auch im Neubau können drahtlose Sensoren
          suppliers, enabling scalable and future-proof  gende Automationslösungen einsetzen. Mehr  den  Planungsaufwand  und  die  Installationskos-
          system architectures.             als 80 % des europäischen Gebäudebestands  ten reduzieren und zusätzliche Flexibilität bieten,
                                            wurde im letzten Jahrhundert errichtet – häu-  wenn die spätere Nutzung oder Mieterstruktur
          Conclusion                        fig ohne moderne Steuerungs- und Automati-  zum Zeitpunkt der Planung noch nicht eindeutig
                                            onssysteme. Veränderungen in den Arbeitsge-  feststeht. Drahtlose Sensoren lassen sich schnell
          The question for smart building projects is no  wohnheiten, darunter hybrides Arbeiten sowie  installieren und verursachen nur minimale Ein-
          longer whether to choose wired or wireless  ein stärkerer Fokus auf Raumluftqualität und  griffe in die Gebäudesubstanz, was sie für Erwei-
          technologies, but how to combine them  Wohlbefinden, verstärken zusätzlich den Bedarf,  terungen, Umnutzungen oder temporäre Anwen-
          effectively. By selecting open standards and  bestehende Gebäude aufzurüsten, anstatt sich  dungen über den gesamten Lebenszyklus eines
          aligning technology choices with specific  ausschließlich auf Neubauten zu verlassen.  Gebäudes hinweg geeignet macht.
          application  requirements,  building  owners  and
          system integrators can create resilient, flexible,  Sensoren als Grundlage intelligenter   In  gewerblichen  Umgebungen  spielen  War-
          and sustainable automation systems. In this  Gebäude                 tungsaspekte  eine  zentrale  Rolle.  Der  Aus-
          context, wired and wireless technologies are not                     tausch von Batterien in großen Sensornetz-
          competing alternatives, but complementary tools  Im Zentrum jedes Gebäudeautomationssystems  werken ist mit hohen Kosten, Zeitaufwand und
          supporting the shared goal of better-performing  stehen Sensoren. Sie liefern die Echtzeitdaten,  ökologischen Nachteilen verbunden. Aus diesem
          buildings.                       die  erforderlich  sind,  um  den  Gebäudebetrieb  Grund werden wartungsfreie drahtlose Lösun-


                                                                                     BACnet Europe Journal 44 03/26 67
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